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Sprache

Foto von Waldemar Brandt auf Unsplash

Für jemanden wie mich, der sich durch das Schreiben eines Romans diesem Thema genähert hat, liegt nichts näher als die Sprache. Sie ist das Medium, in dem wir denken, fühlen und uns mitteilen. Lassen wir uns diese faszinierende Welt anschauen.

Diejenigen, die Deutsch sprechen, wissen, wie tief die Binarität in der Grammatik verankert ist. Hier wollte ich kurz innehalten und vielleicht zwei Dinge auseinanderhalten – erstens das grammatische Geschlecht von Dingen, zweitens die Pronomen für Menschen.

Schauen wir uns das grammatikalische Geschlecht an. Ich denke, das sind die kulturell fest im Bewusstsein der Muttersprachler verankerten Regeln und Denkweisen. Die Kognitionswissenschaftlerin Lera Boroditsky hat in einem viel beachteten TED Talk ein faszinierendes Experiment vorgestellt. Das Brücken-Schlüssel-Experiment: Deutsche Sprecher beschrieben einen Schlüssel – grammatisch maskulin im Deutschen – mit Wörtern wie »gezackt, rau, hart, schwer, metallisch, nützlich«. Spanische Sprecher beschrieben denselben Schlüssel – grammatisch feminin im Spanischen – als »golden, filigran, klein, glänzend, winzig, hübsch«. Und umgekehrt bei Brücke: Deutsche Sprecher beschrieben eine Brücke – feminin im Deutschen – mit Adjektiven wie »schön, elegant, zerbrechlich, friedlich, hübsch, schlank«. Spanische Sprecher dagegen – Brücke ist maskulin im Spanischen – sagten »groß, gefährlich, lang, stark, robust, aufragend«.

Boroditsky schließt ihren TED Talk mit den Worten: »Es geht nicht darum, wie Menschen anderswo denken. Es geht darum, wie du denkst. Darum, wie die Sprache, die du sprichst, die Art formt, wie du denkst. Und das gibt dir die Möglichkeit zu fragen: Warum denke ich so, wie ich denke? Wie könnte ich anders denken? Und auch: Welche Gedanken möchte ich erschaffen?«

Und damit sind wir bei den Pronomen. Mit denen wir eine Person benennen. Er oder Sie, das zwingt uns in Kategorisierungs-Hektik zu einer permanenten Entscheidung. Und woran orientieren wir uns dabei im Alltag? Im Grunde an einer einzigen, oft nur vermuteten Information: Hat diese Person einen Penis oder nicht? Wenn wir davon ausgehen, sagen wir, er. Wenn wir vermuten, da ist keiner, sagen wir sie. Wir reduzieren die gesamte Existenz, die Geschichte, die Seele eines Menschen in einem Wimpernschlag auf dieses eine biologische Detail – nur um einen grammatikalisch korrekten Satz zu bilden. Das ist der Moment, in dem Sprache aufhört, ein Werkzeug zur Beschreibung der Welt zu sein, und anfängt, ein Käfig zu werden.

Der Punkt ist: Niemand will “der Stuhl” abschaffen. Ob ein Tisch männlich und eine Lampe weiblich ist, hat mit echten Menschen nichts zu tun. Das ist Grammatik, kein Geschlecht. Das grammatische Genus und das menschliche Gender sind zwei verschiedene Dinge, die im Deutschen nur zufällig dasselbe Wort teilen. Und genau dort setzen Neopronomen an. Nicht beim Stuhl, sondern beim Menschen.

Und jetzt wird es richtig interessant. Mehr als die Hälfte aller Sprachen weltweit – 56 Prozent, um genau zu sein – kennen kein grammatisches Geschlecht. Finnisch, Türkisch, Japanisch, Chinesisch, Persisch – sie alle kommen ohne ‚er‘ und ‚sie‘ aus. Wir, mit unserer deutschen Grammatik, sitzen in der Minderheit. Die Gender-Binarität in der Sprache ist kein universelles Menschheitsphänomen, sondern vor allem ein europäisches – und dort besonders stark in den romanischen und slawischen Sprachen.

Im Finnischen gibt es ein einziges Pronomen: ‘hän’. Es bedeutet er, sie, they – alles in einem Wort, kein Unterschied. Im Türkischen dasselbe Spiel: ‘o’ heißt er, sie und es gleichzeitig. Ein Finne, eine Türkin müssen sich bei keinem Satz entscheiden, ob ihr Gegenüber männlich oder weiblich ist. Sie sprechen einfach über einen Menschen.

Und hier stocke ich selbst beim Schreiben. Merkst du es? Ich habe gerade ‚ein Finne‘ und ‚eine Türkin‘ geschrieben. Selbst während ich darüber schreibe, wie man ohne Geschlechter-Schubladen denkt, zwingt mich meine Muttersprache dazu, sie sofort wieder aufzumachen. Im Deutschen gibt es kaum ein Entkommen: Lehrer oder Lehrerin, Bäcker oder Bäckerin, Pilot oder Pilotin.

Beim Hosen-Check sortieren wir im Deutschen nicht nur die Pronomen. Wir haben ein ganzes Arsenal an Endungen – dieses kleine ‚-in‘ –, das uns wie ein Echo ständig daran erinnert: Achtung, hier handelt es sich um eine Frau! Oder eben um einen Mann. Im Englischen ist ein “teacher” ein “teacher”, egal ob Mann oder Frau. Ein “doctor” ein “doctor”, ein “friend” ein “friend”. Punkt. Im Deutschen wird es beim Freund und der Ärztin schon kompliziert.

Dieses permanente Markieren des Geschlechts ist wie ein Hintergrundrauschen, das wir gar nicht mehr wahrnehmen. Es ist, als ob wir eine Röntgenbrille tragen, die bei jedem Menschen nur nach einer einzigen Sache sucht: Penis – ja oder nein? Und wir haben längst vergessen, dass wir diese Brille überhaupt aufhaben.

Aber das Beispiel, das mich am meisten verblüfft hat, ist Chinesisch. Die chinesische Sprache hatte Jahrtausende lang keine geschlechtsspezifischen Pronomen. Keine Unterscheidung, keine Binarität, nichts. Erst in den 1920er Jahren wurde eine weibliche Schriftform eingeführt – um westliche Literatur übersetzen zu können. Die Binarität wurde importiert. Eine der ältesten und meistgesprochenen Sprachen der Welt benötigte Jahrtausende lang kein Geschlecht in ihren Pronomen. Bis sie unsere Romane übersetzen wollte. Nicht wir sind die Norm – wir sind die Ausnahme.

Wenn man sich also entscheidet, diese Röntgenbrille abzusetzen, steht man im Deutschen plötzlich im Nebel. Du willst über einen Menschen schreiben, aber die Grammatik stellt dir ein Bein.

Andere haben es da leichter. Die Schweden haben einfach hen zu ihrem han (er) und hon (sie) hinzugefügt. Ein kleiner Buchstabe, ein riesiger Effekt: Es ist mittlerweile im Wörterbuch und im Alltag angekommen. Im Englischen greift man zum they – das ist zwar für deutsche Ohren erst mal gewöhnungsbedürftig, weil es im Plural steht, aber es funktioniert seit Jahrhunderten. Aber wie die Sprachwissenschaftlerin Maria Pober darauf hingewiesen hat: im Englischen verwendete Shakespeare schon they im Singular – „Shakespeare ist natürlich eine super Referenz. Wenn wir so etwas hätten, wenn wir da irgendwas ausgraben würden, dann hätten wir plötzlich die Tradition.”

Aber wir haben diese Tradition nicht, und deswegen gleicht die Suche nach einem Neopronomen einem Minenfeld.

Und dann ist da noch unser Endgegner: die Fälle. Akkusativ, Dativ, Genitiv. Es reicht im Deutschen nicht, ein neues Wort für er zu finden. Man muss auch wissen, wie man den, dem oder dessen ersetzt.

Und ja, es gibt noch das es. Aber versuch mal, einen erwachsenen Menschen so zu nennen. “Es kommt morgen zum Essen.” Das klingt nicht neutral, das klingt nach einem Ding. Im Deutschen ist es für Gegenstände, Abstraktionen und – bezeichnenderweise – für Kinder, die noch nicht als vollständige Personen gelten. Das Mädchen ist grammatisch sächlich. Nicht weiblich, nicht männlich: ein Ding. Niemand will es angesprochen werden, das klingt entmenschlichend.

Und bevor jemand fragt: Ja, ich habe im Duden nachgeschaut. Illi Anna Heger hat dazu einen klugen Kommentar: Der Duden-Einwand sei »Quatsch, weil im Duden ja drin steht, was benutzt wird. Wörter werden ja nicht erst benutzt, wenn sie im Duden stehen.«

Im Duden stehen allerdings noch keine Neopronomen. Der Duden beobachtet, nimmt aber keine Stellung für ein bestimmtes Neopronomen. Die Leiterin der Duden-Redaktion, Kathrin Kunkel-Razum, hat es so formuliert: Es gebe zwar eine Reihe von Vorschlägen, aber sie setzen sich nicht in der Allgemeinheit durch. Es scheine jedoch »ein paar relativ gute Kandidaten unter den sogenannten Neopronomen zu geben, die etwas häufiger in Texten vorkommen als andere«, etwa xier, en und das englische they.

Schauen wir uns die Kandidaten an. Xier wurde 2009 von Illi Anna Heger entwickelt – nicht als politisches Statement, sondern als praktische Lösung für eine Lücke in der Sprache. Heger ist Comiczeichnerin und Autorin und stieß beim eigenen Schreiben auf dasselbe Problem wie ich: Die deutsche Sprache hat kein Pronomen für Menschen, die weder er noch sie sind. Heger hat xier immer wieder verfeinert – die aktuelle Version ist 3.3. Das heißt, die Deklination, die Possessivpronomen, die Endungen wurden über die Jahre angepasst, basierend auf Feedback von Menschen, die xier im Alltag oder in Texten benutzt haben.

Nehmen wir ein Beispiel: Nominativ: Xier kauft ein Brot. Genitiv: Das ist xieses Brot. Dativ: Ich gebe xiem das Brot. Akkusativ: Ich sehe xien.

Merkst du was? Es hebt sich ab – kein Verwechslungsrisiko mit er oder sie. Man stolpert kurz, aber man weiß sofort: Hier passiert etwas Neues. Das Problem: Für viele klingt es fremd, fast außerirdisch. Dieses X am Anfang gibt es im Deutschen sonst nur in Fremdwörtern. Das Gehirn wehrt sich – nicht aus Überzeugung, sondern aus Gewohnheit.

Der Verein für geschlechtsneutrales Deutsch hat ens (als Pronomen und Endung) ins Rennen geschickt. Die Idee dahinter ist eigentlich elegant: Es wird das Herzstück des Wortes Mensch genommen. Aber jetzt versuch das mal im Alltag zu deklinieren. Wenn wir uns das anschauen, merkst du schnell, warum viele Leute schreiend weglaufen oder es als “Sprachungetüm” abtun.

Nehmen wir unser Beispiel: Nominativ: Ens kauft ein Brot. Genitiv: Das ist ens Brot. Dativ: Ich gebe em das Brot. Akkusativ: Ich sehe en.

Merkst du was? Es klingt im Vorbeigehen fast wie ein lispelndes er oder ein. Es verschwimmt. Und genau da liegt die Krux für uns Autoren: Wir wollen ja, dass der Leser in der Geschichte bleibt und nicht alle zwei Sätze im Dativ-Sumpf stecken bleibt und sich fragt: »Moment, wer hat jetzt wem das Brot gegeben?«

Dann gibt es dey, was viele als faule “Verenglischung” kritisieren. In meiner Arbeit mit Henosis bin ich bei dey gelandet.

und das Beispiel dazu: Nominativ: Dey kauft ein Brot. Genitiv: Das ist deren Brot. Dativ: Ich gebe dem das Brot. Akkusativ: Ich sehe den.

Merkst du was? Deren, dem, den – das klingt vertraut, fast zu vertraut. Unser Ohr kennt diese Wörter bereits. Und genau da liegt das Problem: Deren klingt feminin, dem und den klingen maskulin. Wir sind wieder mitten in der Binarität, obwohl wir gerade versuchen, ihr zu entkommen. Aber vielleicht ist genau das der Trick: Dey schleicht sich durch die Hintertür der Gewohnheit ein, statt die Vordertür einzutreten.

Dass ich mit diesem Problem nicht allein bin, hat mir ausgerechnet ein australischer Krimi bestätigt. In der Serie “Deadloch” wird ein unbekanntes Leichenteil gefunden, und plötzlich stehen die Ermittler vor einer Frage, die nichts mit Kriminalistik zu tun hat: Wie sprechen wir über diese Person, wenn wir das Geschlecht nicht kennen? In einem der Dialoge steckt die Protagonistin, Polizistin Dulcie Collins, mitten im sprachlichen Minenfeld – und dann fällt das Wort: dey. Es war ein kurzer Moment, fast beiläufig. Aber für mich war es eine Bestätigung: Selbst professionelle Übersetzer, die täglich zwischen Sprachen jonglieren, landen bei derselben Lösung. Oder besser: bei demselben Experiment.

Für mich hat es funktioniert. In dem Moment, in dem ich dey tippte, verschwand die Fixierung auf den Penis. Die Röntgenbrille war weg. Ich schrieb plötzlich nicht mehr über einen Mann oder eine Frau – ich schrieb über eine Person. Über deren Ängste, deren Mut, deren Seele.

Aber ich will ehrlich sein: Es ist kein Spaziergang. Eine Rezension zu meinem Roman traf es auf den Punkt: »In intensiven Szenen leicht erhöhte kognitive Belastung möglich.«

Das hat mich zum Lächeln gebracht, weil es so wahr ist. Unser Gehirn ist ein Gewohnheitstier. Wenn du Jahrzehnte lang darauf trainiert wurdest, in Blau und Rosa zu denken, dann ist ein Neopronomen wie ein neues Schlagloch auf einer vertrauten Straße. Du stolperst kurz. Dein Gehirn muss arbeiten. Aber genau diese ‚kognitive Belastung‘ ist der Beweis, dass sich da gerade etwas bewegt. Dass wir anfangen, den Menschen hinter dem Geschlecht überhaupt erst wieder wahrzunehmen.

Wir trainieren einen Muskel, den wir viel zu lange haben verkümmern lassen: die Fähigkeit, jemanden einfach als das zu sehen, was dey ist. Ein Mensch.

Aber die Wahl von Pronomen war nur der Anfang. Das eigentliche Problem im Deutschen sitzt tiefer, fast in jedem Substantiv, das einen Menschen beschreibt. Wir haben diese zwanghafte Endung: das ‚-in‘.

Nehmen wir den Assistenten und die Assistentin. In dem Moment, in dem ich eine dieser Formen wähle, habe ich die Röntgenbrille wieder auf. Ich habe mich entschieden. Wenn ich über eine non-binäre Person schreibe, kann ich nicht sagen: »Dey ist ein guter Assistent« – das er schwingt im Wortstamm sofort mit. Sage ich Assistentin, bin ich wieder beim sie.

Warum braucht ein Beruf ein Geschlecht? Wenn ich sage: »Ich gehe zum Arzt« – in unseren Köpfen taucht fast immer das Bild eines Mannes auf. Das ist das Tückische am generischen Maskulinum: Es behauptet, alle zu meinen, aber es macht nur die eine Hälfte sichtbar. Und wenn ich sage: »Ich gehe zur Ärztin«, weiß jeder sofort: Es ist eine Frau. Das Männliche ist der Standard, das Weibliche die Abweichung. Die Sprache hat eine eingebaute Hierarchie.

Ich stand beim Schreiben von Henosis vor dieser Wand. Wie nenne ich diese Menschen, wenn ich ihre Funktion beschreiben will, ohne ihr Geschlecht zu verraten?

Die Lösung fand ich in der Abstraktion oder in Partizipien, was viele als belehrendes Gendern hassen, aber für mich war es eine handwerkliche Notwendigkeit. Statt der Assistent wurde es die Assistenz. Das klingt im ersten Moment sachlicher, kühler vielleicht. Aber es hat einen riesigen Vorteil: Es lässt den Raum für die Person offen. Es beschreibt, was jemand tut, nicht, was jemand ist. Aber nicht immer geht das so elegant auf. Beim Arzt stand ich vor einer Wand, die kein deutsches Wort durchbrechen konnte. Ärztliche Fachkraft? Klingt nach Krankenkassenformular. Heilkundige Person? Mittelalterlich. Also tat ich, was Sprachen seit Jahrhunderten tun, wenn sie an ihre Grenzen stoßen: Ich habe mir etwas geliehen. Aus dem Englischen wurde der Arzt zum Medic. Manche werden sagen, das sei Sprachverrat. Ich sage: Das ist Sprachentwicklung. Jedes dritte Wort im Deutschen kommt ursprünglich aus einer anderen Sprache. Wir trinken Kaffee, fahren ins Büro, sitzen am Computer und schreiben E-Mails. Niemand schreit “Sprachverrat”. Aber sobald ein Lehnwort das Geschlecht berührt, wird es plötzlich zum Kulturkampf. Als ob die deutsche Identität davon abhängen würde, dass wir wissen, was der Mensch im weißen Kittel in der Hose hat.

Und dann ist da noch ein ganz kleiner, fast unsichtbarer Endgegner: das Wort man. Wir benutzen es ständig, ohne nachzudenken. »Das macht man nicht.« »Man sollte meinen…« Es klingt neutral, fast wie ein kosmisches Gesetz. Aber schauen wir mal genauer hin: man ist der kleine, hartnäckige Bruder von Mann. Es ist die sprachliche Ur-Form der Binarität, die sich als Allgemeingültigkeit maskiert.

Andere Sprachen lösen das eleganter. Im Englischen und Spanischen nutzt man das direkte you oder – wenn jemand sagt »If you go to Madrid…«, dann ist damit nicht das Gegenüber persönlich gemeint. Es ist eine Einladung an alle. Wer so spricht, meint jeden Menschen, aber spricht dich persönlich an. Da wird eine Brücke gebaut, kein Denkmal.

Im Deutschen zucken wir zusammen, wenn jemand das man durch du ersetzt. »Wie kannst du wissen, was ich fühle?« Das man ist unsere psychologische Schutzweste. Es hält die Welt auf Distanz. Es sorgt dafür, dass wir über Gefühle sprechen können, ohne sie wirklich fühlen zu müssen. Es ist sicher, es ist neutral – und es ist verdammt einsam.

Beim Schreiben von Henosis habe ich angefangen, das man zu streichen. Stattdessen schrieb ich wir, Menschen oder das direkte du. Und die Sätze bekamen plötzlich Luft. Sie wurden präziser. Wenn ich das man weglasse, kann ich mich nicht mehr hinter einer anonymen Norm verstecken. Ich muss hinschauen: Wer erlebt das gerade? Ein Mensch.

Diese ganze Kleinarbeit – die Neopronomen, der Medic, das Streichen von man – fühlt sich am Anfang an wie der Versuch, in einer fremden Sprache zu singen. Du verhaust die Töne, du kommst aus dem Rhythmus. Aber nach einer Weile merkst du: Du singst gar keine fremde Sprache. Du fängst nur endlich an, die Töne zu benutzen, für die in deinem alten Liederbuch einfach kein Platz war.

Junô D’Meida

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